Die Äsche (Thymallus thymallus L.)

die Äsche
Foto aus Fisch&Fang Sonderheft 10
Familie: Äschen, Thymallidae

Andere Namen: Asch, Äscher, Springer, Spalt, mailing

GB: grayling
FR: Ombre commun
DK: Stalling
NO: Harr
SE: Harr
FI: Harjus
NL: Vlagzalm
CS: Lipan podhorní

Merkmale:

Das Fleisch der Äsche riecht nach Thymian, daher der lat. Name 'Thymallus thymallus'.

Körperform:


  • Die Äsche hat einen mäßig langgestreckten, seitlich abgerundeter Körper mit kleinem Kopf und spitzer Schnauze.
  • Die kleine Mundspalte und Pupille ist vorn spitz zulaufend.
  • Das Maul ist leicht unterständig.

Flossen:


  • Sie besitzt eine Fettflosse zwischen der hohen, langen (fahnenähnlichen) Rückenflosse mit purpurfarbenen Augenflecken und der Schwanzflosse.
  • Die Rückenflosse beginnt weit vor dem Bauchflossenansatz.
  • Beim Männchen sind die Rücken- und Afterflosse ebenso wie die Bauchflossen größer als beim Weibchen.
  • Die graue Rückenflosse ist mit 4-5 Reihen rötlicher Augenflecken bedeckt.
  • Die Schwanzflosse ist tief eingeschnitten.
Anzahl der Hart- und Weichstrahlen
Rückenflosse Brustflosse Bauchflosse Afterflosse Schwanzflosse
5-7 14-17 1 1-16 1 10-11 3-5 9-10 19-21

Schuppen:


  • Entlang der Seitenlinie existieren 74-96 kleine Schuppen.

Färbung:


  • Die Rückenseite ist graugrün oder bläulichgrau,
  • Flanken und Bauch sind silberweiß bis messingfarben, zur Laichzeit mit purpurfarbenem Schimmer.
  • Die Äsche hat unregelmäßig verteilte, schwarze Flecken auf Rücken und Flanken.

Größe:


  • 25-30 cm,
  • max. bis 60 cm.

Gewicht:


  • Bis max. 3 kg.

Alter:


  • Äschen werden 5 - 6 Jahre alt,
  • in Ausnahmefällen bis 14 Jahre

Lebensweise:

Vorkommen:


  • Im Gegensatz zur Bachforelle ist die Äsche in den breiteren und tieferen Flussabschnitten mit schnellfließendem, klarem und sauerstoffreichem Wasser zu Hause.
  • Der Bereich wird daher auch als Äschenregion bezeichnet.

Verbreitung:


  • Unsere Äsche besiedelt vor allem die Fließgewässer in Europa mit Ausnahme von Südfrankreich, Spanien, Portugal, Süditalien, Irland, Südschweden.
  • In den nördlicheren Regionen kommt sie auch als echte Seebewohnerin vor.

Fortpflanzung:


  • Im Alter von zwei bis drei Jahren werden die Männchen geschlechtsreif,
  • die Weibchen erst im vierten Lebensjahr.
  • Zur Fortpflanzung suchen sie Übergangsbereiche zwischen starker Strömung und Stillwasserzone (v = 0,4-0,7 m/s), sowie Wassertiefen von 20-40 cm auf, wo die befruchteten Eier nach Salmonidenart ca. 4 cm tief im Kies "vergraben" werden.
  • Tagsüber verteidigen die Männchen ihre Laichplätze vor ihren Konkurrenten und lassen auch keine unreifen Weibchen ins Revier.
  • Der Nachwuchs schlüpft dann nach zwei bis vier Wochen.

Laichzeit: März bis Mai

Eizahl: etwa 7.000 pro kg Körpergewicht (4 mm Durchmesser)

Entwicklung:


  • Bis der Dottersack aufgezehrt ist, leben die Larven zwischen den Steinen.
  • Die Larven wachsen schnell heran, so dass sie Ende des ersten Lebensjahres 8-15 cm lang sind.
  • Vor allem in jungen Jahren bilden die Fische Schwärme, die oft unterschiedliche Altersklassen umfassen.
  • Mit etwa drei bis vier Lebensjahren lösen sie sich aus den Verbänden und bilden kleinere Trupps.
  • Die alten Tiere stehen auch vereinzelt in größeren Tiefen.
  • Männchen werden gewöhnlich mit 3 Jahren, Weibchen mit 4 Jahren geschlechtsreif.

Nahrung:


  • Die Nahrungsgrundlage der Äsche besteht vor allem aus Flohkrebsen, Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven.
  • Schnecken, Würmer, Egel sowie anfliegende Insekten werden ebenfalls gern verspeist.
  • Die kapitalen Exemplare fressen gelegentlich sogar Fischbrut.

Fangtipps:

  • Im Gegensatz zur Bachforelle geht die Äsche im Hochsommer nicht so gut an den Haken. Nach der Laichzeit sowie zum Jahresende zeigt sie sich allerdings in bester Beißlaune. Selbst bei richtigem Frostwetter sind die Fische noch zu überlisten.
  • Kleine künstliche Fliegen gehören zu den fängigsten Ködern, aber auch kleinste Spinner bringen Erfolge.
  • Da der Fisch ein sehr weiches Maul besitzt, muss der Anhieb leicht gesetzt, der Drill vorsichtig geführt werden. Angelt man mit der Trockenfliege, gilt es eine Besonderheit zu beachten: Die Äsche nimmt Anflugnahrung, wenn diese direkt auf ihren Standplatz zutreibt. Sie steigt also nur gerade nach oben und, im Gegensatz zu den Forellen, nicht nach seitlich vorbeitreibenden Insekten.

Gesetzliche Schonzeiten und Mindestmaße:

Bundesland Schonzeit Mindestmaß
Baden-Württemberg 1.3. bis 30.4. 30 cm
Bayern 1.1. bis 30.4. 35 cm
Berlin 1.1. bis 1.5. 28 cm
Brandenburg 1.1. bis 30.4. 35 cm
Bremen 1.3. bis 15.5. 35 cm
Hamburg 1.1. bis 15.5. 35 cm
Hessen 1.3. bis 15.5. 30 cm
Mecklenburg-Vorpommern - 30 cm
Niedersachsen 1.3. bis 15.5. 30 cm
Nordrhein-Westfalen 1.3. bis 30.4. 30 cm
Rheinland-Pfalz 15.2. bis 30.4. 30 cm
Saarland 1.3. bis 30.4. 25 cm
Sachsen 1.1. bis 15.6. 28 cm
Sachsen-Anhalt 1.12. bis 15.5. 30 cm
Schleswig-Holstein - 35 cm
Thüringen 1.2. bis 15.5. 30 cm
Angaben ohne Gewähr
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