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Der Aal (Anguilla anguilla L.)
Familie: Aale, Anguillidae
Andere Namen: Steigaal, Flussaal, Blankaal, Gelbaal, Spitzkopf, Breitkopf
GB: Eel
FR: Anguille
DK: Ål
NO: Ål
SE: Ål
FI: Ankerias
NL: Paling / Aal
CS: Uhor ricni
Merkmale:
Das Blut der Flussaale enthält ein gefährliches Nervengift. Es wird aber beim Kochen und Räuchern zerstört. Wer also mit Aalblut umgeht, sollte darauf achten, dass es weder mit den Augen noch mit den Schleimhäuten in Berührung kommt.
Körperform:
Flossen:
- Wie bei den meisten anderen Aalen auch bildet die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse der Echten Aale einen durchgehenden Saum.
- Die Bauchflossen fehlen.
Schuppen:
- Es sind sehr kleine Schuppen vorhanden.
- Die dicke Haut ist sehr schleimig.
Färbung:
- Die Farbe des Rückens kann von oliv bis schwarz reichen,
- die Unterseite silbrigweiß bis messinggelb.
Größe:
- Männchen bis 50 cm,
- Weibchen bis 150 cm
Gewicht:
- Männchen bis 200 g,
- Weibchen bis 6 kg
Alter:
- Aale werden relativ alt, da sie erst nach 4 bis 10 Jahren geschlechtsreif werden.
- Sie können 25 bis 50 Jahre alt werden.
Lebensweise:
Flussaale haben die Fähigkeit, sich auf feuchten Stellen an Land fortzubewegen. Die Fähigkeit haben sie, weil sie durch ihre Haut atmen und so die Hälfte ihres Sauerstoffbedarfs decken können. Allerdings ist es ihnen nicht möglich, sich über größere Flächen auf trockenem Land vorwärts zu bewegen.
Vorkommen:
Verbreitung:
- Der Aal ist in allen stehenden und fließenden Gewässern Europas verbreitet, die mit dem Atlantik und seinen Nebenmeeren in Verbindung stehen.
- In den Zuflüssen des Schwarzen Meeres gibt es nur vereinzelte Vorkommen.
Fortpflanzung:
- Die Männchen werden mit 6-9 Jahren geschlechtsreif und treten dann die Laichwanderung an.
- Die Weibchen werden erst mit 12-15 Jahren und einer Länge von 1,5 m geschlechtsreif und gehen dann auf die Laichwanderung.
- Die Farbe der Echten Aale ändert sich dann von einem grünlichen Goldgelb in Silbern, welches bei dem Europäischen Flussaal gewöhnlich von August bis Oktober vor sich geht. Sie werden in diesem Zustand "Blankaale" genannt.
- Gleichzeitig zur Farbveränderung vergrößern sich die vorher recht kleinen Augen.
- Die Laichwanderung beginnt im Herbst. Die "Blankaale" wandern flussabwärts.
- In diesem Zustand sind die Echten Aale sehr fett. Das Fett brauchen sie, weil sie während der Wanderung zu den Laichplätzen keine Nahrung zu sich nehmen. Der Darmtrakt verkümmert, der After schließt sich.
- Die Wanderung führt in das Meer und dann zu den jeweiligen Laichgebieten. Das Laichgebiet aller Europäischen Flussaale und der Amerikanischen Aale ist das Sargasso-Meer, einer Region bei den Bermudas das wegen der schwimmenden Tange von der Schifffahrt gemieden wird.
- Der Europäische Flussaal muss ca. 4000-5000 km wandern.
- Die Flussaale laichen in einer Tiefe von etwa 400-700 m in einer Warmwasserschicht.
- Nach dem Laichen sterben die Alttiere.
- Die Eier treiben zur Wasseroberfläche.
Laichzeit: Laicht einmal im Leben im Sargassomeer
Eizahl: bis zu 500.000 je kg Körpergewicht
Entwicklung:
- Die Leptocephalus-Larven (Weidenblattlarven) schlüpfen schnell und beginnen sofort den "Rückweg" in die Heimatgewässer ihrer Eltern (Beim Europäischen Flussaal dauert diese Wanderung ca. 3 Jahre, beim Amerikanischen Aal ca. 1 1/2 Jahre).
- Nach dieser Reise wandeln sich die Larven in "Glasaale" um, die ca. 7 cm lang sind. Erst dann schwimmen sie ins Süßwasser, dass sie offenbar am Geruch erkennen können.
- Während die Glasaale nun flussaufwärts schwimmen, bilden sie jetzt Farbstoffe in der Haut und werden dunkel. Gleichzeitig werden sie zu bodenlebenden Fischen, wandern aber weiter.
- Die Flussaale bleiben jahrelang im Süßwasser. Sie fressen und wachsen.
- Die Weibchen steigen dabei weiter flussaufwärts, bleiben länger in den Flüssen und werden größer als die Männchen.
Nahrung:
- Aale leben am Grund der Gewässer. Tagsüber verstecken sie sich in Höhlungen oder zwischen Steinen. Die Nahrungssuche erfolgt in der Dunkelheit.
- Aale fressen alles, was sie bewältigen können: Fisch, Muscheln und Schnecken, Krebstiere, Insektenlarven und Würmer. Aale fressen kein Aas. Es gibt zwei Ernährungstypen, die man am Aussehen erkennen kann: Zum einen die "Breitkopfaale", sie leben räuberisch und zum anderen die "Spitzkopfaale", sie sind Kleintierfresser.
- Der Aal findet seine Beute ausschließlich mit der Nase.
- Die Augen sind nicht besonders gut ausgebildet.
Fangtipps:
- Angler sollten bei der Köderwahl vor allem den überragenden Geruchssinn des Aales berücksichtigen.
Würmer, Maden, Fischfetzen oder fingerlange Fischchen haben sich bewährt. Sie werden meist mit einer einfachen Laufblei-Montage präsentiert. Ist eine starke Schlammschicht am Gewässergrund vorhanden, können Blei, Vorfach, Haken und Köder allerdings im Schlamm versinken.
Um dies zu vermeiden, empfiehlt sich eine Seitenarm-Montage. Dazu wird an der Hauptschnur eine Nebenschnur mit einem einfachen Wirbel montiert.
Der Seitenarm trägt die Beschwerung, dem Vorfach kann durch ein kleines Stückchen Kork zusätzlicher Auftrieb verliehen
werden.
- Eine sehr erfolgreiche Variante ist auch das Angeln mit dem Futterkörbchen. Es ersetzt das Laufblei auf der
Hauptschnur und besteht aus feinem Maschendraht mit einer Bleibeschwerung. Das Körbchen wird mit Fischfetzen, einem Teig aus Paniermehl und Würmern oder
ähnlichem gefüllt. Diese natürlichen Lockstoffe bilden vor allem im Fließwasser eine Duftspur, die die Aale zum
Hakenköder führt. Auf jeden Fall sollte der verwendete Köder immer auch der Hauptbestandteil des Lockfutters im Korb sein.
- Ein wenig in Vergessenheit geraten ist das sogenannte "Pöddern". Etwa 20 bis 50 Tauwürmer werden dazu mit einer stumpfen Nadel der Länge nach auf einen Wollfaden gezogen.
Dieser wird dann um die Hand gewickelt und die entstandenen Schlaufen mit einem Faden zusammengebunden.
Das Wurmknäuel kommt mit einem Bleigewicht an das Ende einer Schnur, die mit Hilfe einer möglichst kräftigen Rute senkrecht im Wasser zum Grund gelassen wird.
Der Biss eines Aales ist durch ein leichtes Zerren oder Rucken zu spüren.
Dabei hat sich der Fisch mit seinen feinen Bürstenzähnen in der Wolle verfangen.
Nun gilt es ihn gleichmäßig und zügig an Land zu befördern, da er sich leicht wieder lösen kann.
Es hat sich bewährt, ein entsprechendes Gefäß oder einen umgedrehten Regenschirm bereitzuhalten, in das der Aal hineinfallen kann.
Mit etwas Geschick und Erfahrung lassen sich so insbesondere an kleinen Fließgewässern und Gräben beträchtliche Fänge erzielen.
- Die besten Angelstellen sind grundsätzlich Gewässerbereiche, die dem Aal eine gute Deckung bieten.
Unterwasserpflanzen, Buhnenfelder, Kaimauern, Steinschüttungen oder umgestürzte Bäume sind ideal.
Die meisten Aale werden während der Dämmerung und nachts gefangen. In warmen Neumondnächten sind die Fische besonders aktiv.
Gesetzliche Schonzeiten und Mindestmaße:
| Bundesland |
Schonzeit |
Mindestmaß |
| Baden-Württemberg |
- |
40 cm |
| Bayern |
- |
40 cm |
| Berlin |
- |
45 cm |
| Brandenburg |
- |
45 cm |
| Bremen |
- |
35 cm |
| Hamburg |
- |
35 cm |
| Hessen |
- |
40 cm |
| Mecklenburg-Vorpommern |
- |
45 cm |
| Niedersachsen |
- |
35 cm |
| Nordrhein-Westfalen |
- |
35 cm |
| Rheinland-Pfalz |
- |
40 cm |
| Saarland |
- |
40 cm |
| Sachsen |
- |
40 cm |
| Sachsen-Anhalt |
- |
45 cm |
| Schleswig-Holstein |
- |
35 cm |
| Thüringen |
- |
45 cm |
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Angaben ohne Gewähr |
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